Klassenfahrt 2014: Internationales Maritimes Museum Hamburg

Vor wenigen Tagen waren wir gemeinsam mit unseren Studenten aus der Staatlichen Seefahrtschule Cuxhaven im Internationalen Maritimen Museum in Hamburg - ein jährliches Highlight, was mittlerweile zur Tradition geworden ist. Professor Peter Tamm hat das Museum in Kooperation mit der Freien und Hansestadt Hamburg gestiftet (das Gebäude, ein alter Hafenspeicher, wurde von der Stadt für die Sammlung kostenfrei zur Verfügung gestellt). Damit wird eine alte hanseatische Tradition fortgeführt, die man heute wohl unter der Rubrik "public-private partnership" zusammenfassen würde.

Ebenfalls von Interesse ist die Haltestelle Überseequartier, die direkt in der Baustelle liegt, die den Namen "HafenCity" trägt. Das neue Quartier wächst und gedeiht, ist allerdings noch ausbaufähig. Zahlreiche neue Bauten müssen noch fertiggestellt werden. Ich bin mir aber sicher, dass im Ergebnis der neue Stadtteil eine wunderbare Bereicherung darstellen wird.

Komprimiertes Klassenphoto vor dem Modell der MS Queen Mary 2.

Komprimiertes Klassenphoto vor dem Modell der MS Queen Mary 2.

In der 9. Etage des Museums findet man eine stets wachsende Modellsammlung. Jedes Jahr mache ich hiervon Fotos. Die Entwicklung geht nun offenbar in Richtung Köhlbrandbrücke hin, obwohl die modellierte Brücke an sich noch nicht zusammengebaut wurde. Dahinter sieht man einen nagelneuen Massegut (bulk cargo) Terminal mit Steinkohle usw.

Eigentlich ist die Zeit im Museum immer zu kurz. Die Ausstellungen sind auf 10 vollen Etagen verteilt. Dieses Jahr interessierten sich viele für die Knochenschiffe, die typischerweise von Gefangenen mit ihren Essensresten (etwa Rinderknochen) während ihrer Aufenthalte im Gefängnis angefertigt wurden. Oben z.B. ist ein Modell der USS Chesapeake zu sehen, die von England im Jahre 1807 angegriffen wurde. Grund der Auseinandersetzung ist - was allerdings nicht erwähnt wird in der Museumsausstellung - dass die USS Chesapeake sich weigerte, eine Durchsuchung hinzunehmen, die von dem Kapitän der HMS Leopard verlangt wurde.

Die Engländer haben hier im Ergebnis den Kürzeren gezogen, denn nachdem die Nachricht über den Angriff in Norfolk, Virginia ankam stürmte eine aufgebrachte Masse amerikanischer Bürger die englische Schwadron, die im dortigen Hafen Proviant aufnehmen wollte. Die antibritische Stimmung mündete in dem Embargo Act of 1807: es wurde sämtlichen britischen Schiffen verboten, amerikanische Häfen anzusteuern. Das verbundene Handelsverbot konnte aber nicht durchgesetzt werden, denn die Händler New Englands waren auf die Exporte angewiesen. Captain Charles Gordon wurde fünf Jahre lang von der US Navy suspendiert auf Grund seiner Säumnis, sein Schiff jederzeit kampfbereit zu halten.

Einige weitere Knochenschiffe in einem kunstvollen Arrangement.

Einen sehr edlen und wertvollen Eindruck machten die Bernsteinschiffe.

Eine didaktische Komponente durfte auch nicht fehlen. Hier einige Konnossemente aus den Vereinigten Staaten, die Getreide aus New Orleans, Louisiana zum Gegenstand haben. Absender (shipper) ist hier Cargill Grain Company Limited (heute: Cargill, Inc.). Heute ist Cargill eines der weltweit größten Agrarunternehmen und zugleich das größte familiengeführte Unternehmen (Umsatz: US-$ 136 Mrd.) in den USA, welches nicht auf der Börse gehandelt wird. 

Historische Kleinigkeiten aus aller Welt waren auch im Museum zu finden. Oben eine Modellrekonstruktion eines Schatzschiffes aus China. Diese Galleonen waren zu ihrer Zeit mit einer Länge von ca. 130 m die größten Schiffe der Welt.

Ebenfalls beeindruckend war die Sammlung von Seekarten und Landkarten.

Fast geheimnisvoll wirkte in diesem Teil des Museums das Zusammenspiel des Lichts mit dem uralten gedruckten Papier. Man fühlte sich in eine andere Zeit transportiert, als die Seefahrt noch viel unsicherer war als heute und jede Abweichung von den übertragenen Handelsrouten eine direkte Gefahr darstellte - und natürlich auch die Chance eines lukrativen Gewinns.

UN Review of Maritime Transport 2014: Ein Blick aus der maritimen Vogelperspektive // A maritime bird's eye view

An der Bugwelle der deutschen Rechtsentwicklung: Lloyd's Open Form v. §§ 574 ff. HGB // At the bow wave of German legal developments: Lloyd's Open Form v. §§ 574 et seq HGB