Wettbewerbsfähig? Spezialschiffbau ist seit Jahren "Made in Germany"

Große Teile der westlichen Schwerindustrie, wozu auch die Werften gehören, sind mittlerweile nach Asian ausgelagert worden. Bulkys und Containerschiffe werden seit Jahrzehnten überwiegend in Asien hergestellt; genau genommen sind Japan, China, Südkorea und Taiwan für den Bau von 82% der weltweiten bulk carrier-Flotte verantwortlich.

Doch gibt es im Westen, insbesondere in Deutschland, auch Werften, die es noch heute schaffen - und dabei auch nicht alles daran setzen, den günstigsten Preis zu haben. Denn wie man in Amerika sagt: "There's no trophy for winning the race to the bottom."

Zu dieser Kategorie gehört z.B. die Meyer-Werft in Papenburg, wo mehr als 600 moderne Kreuzfahrtschiffe hergestellt worden sind. Neuerdings lieft dort die Quantum of the Seas vom Stapel, die nun für die US-amerikanische Reederei Royal Caribbean fahren wird.

Mit einer Länge von 348 m und ca. 167,800 GT (Gross Tonnage) ist die Quantum of the Seas eine der größten Schiffe der Welt überhaupt. Zum Vergleich: Die Maersk Triple-E-Class hat eine Länge von 400 m und ca. 170,800 GT, dafür aber etwas weniger Luxus.

In dem Spezialschiffbau ist Deutschland Vorreiter. Wenn es um handgefertigte Lösungen geht, wie etwa Schwimmkräne, Forschungsschiffe, Schlepper, Transportschiffe, Jachten und Errichterschiffe, so sind die Werften Deutschlands kaum zu übertreffen. Man kann auf diese technische Expertise und besondere Ingenieurkunst berechtigterweise sehr stolz sein. Nicht jedes Land hat sich im harten internationalen Wettbewerb halten können.

2012 haben deutsche Werften u.a. mit dem Spezialschiffbau 3.175 Mrd. Euro umgesetzt. Bei der Fassmer Werft wird inzwischen für jede 3 Arbeiterstunden beim Bau eines Schiffes 1 Ingenieurstunde beim Design aufgewendet, d.h. der hochqualifizierte Input ist bei dem typischen Schiffsneubau erstaunlich hoch. Früher waren es noch 30 Arbeiterstunden (!) für jede 1 Ingenieurstunde - was dem heutigen Verhältnis in den asiatischen Werften nahekommen dürfte. Hoffen wir also, dass diese Strategie weiterhin erfolgreich bleibt!

Expanded Panama Canal to boost per ship capacity from 5,000 TEU ("Panamax") to 13,000 TEU ("Post-Panamax")

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Massengut (dry bulk cargo) wieder im Aufwind?

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