US Konsulat: Zu Besuch bei der Staatlichen Seefahrtschule Cuxhaven und beim German American Maritime Institute

Am 12. Februar 2015 konnten wir zwei Vertreter des US Konsulats zu Hamburg in Cuxhaven bei der Staatlichen Seefahrtschule begrüßen. Die zwei Vertreter Dr. Heiko Herold und Natalie Schnelle interessierten sich für die Seefahrt allgemein und insbesondere für das neu gegründete German American Maritime Institute. Schuldirektor Rudolf Rothe hat die beiden in die technische Einrichtung der Seefahrtschule und in die Aktivitäten des Instituts eingewiesen.

Wir starteten hier im Maschinenraum. 

Es wurde schnell klar, dass STCW 1995 (ein internationaler Ausbildungsstandard) das Minimum darstellt, was die Seefahrtschule den Absolventen geben muss. Darüber hinaus gibt es aber eine Vielzahl von Fähigkeiten und Zusatzqualifikationen, die "mitgeliefert" werden. Neben zusätzlichen Sprach- und Rechtskursen bietet die Seefahrtschule auch in dem Bereich des Sicherheitstrainings mehr an, als von STCW 1995 verlangt wird. Die Absolventen verlassen die Seefahrtschule daher mit einer überragenden Qualifikation, die weit über internationale Standards hinausgeht.

Der Neubau der Staatlichen Seefahrtschule beherbergt den neuesten Schiffssimulator Deutschlands. Hier ist die Einrichtung top notch. Durch eine Verbindung zu dem oben bereits abgebildeten Maschinenraum werden Krisenszenarien durchgespielt. Es werden die Alarmzeichen in dem Simulatorraum gegeben, dann müssen die Studenten in den Maschinenraum eilen, um die Probleme zu orten und zu beseitigen - mit ihrem handwerklichen Geschick.

Diese Verbindung von Theorie und Praxis ist für den Unterricht der Seefahrtschule insgesamt kennzeichnend und ist das Leitbild der dort angebotenen Ausbildung. Wer die Staatliche Seefahrtschule verlässt kann direkt an Bord mitarbeiten mit den entsprechenden Fähigkeiten - weil nicht nur das grundlegende Wissen, sondern auch die grundlegenden Fertigkeiten vermittelt werden. Auf diesem Prinzip baut auch das German American Maritime Institute auf.

In dem Simulator werden wir demnächst einige Rollenspiele veranstalten, wo die Studenten amerikanische und deutsche Häfen ansteuern und rechtliche Problemstellungen meistern müssen. Zusammen mit Kapitän Michael Gross wollen wir dann nicht nur Navigation und "nautical rules of the road" üben sondern auch den Umgang mit Ladepapieren, Stauereien, usw. In den USA gelten hierfür ganz andere (teilweise strengere, teilweise mildere) Haftungsregeln als in Deutschland. So kann z.B. in den USA der Kapitän auch für ein Verschulden des Lastkraftwagenfahrers haften, obwohl er auf ihn keinen unmittelbaren Einfluss ausüben kann. Wie man sich gegen eine mögliche Inanspruchnahme wehrt, wissen dann die Absolventen der Seefahrtschule.

Bei dem anschließenden Abendessen mit den Vertretern des US Konsulats wurde besprochen, wie eine Verbindung des Instituts zu der amerikanischen Wirtschaft hergestellt werden kann mit dem Ziel der engeren Zusammenarbeit nach dem Vorbild der "public-private partnerships". Wir haben uns auch über eine Beteiligung des US Konsulats an der 2015 North Sea International Maritime Conference in Cuxhaven am 19. und 20. März 2015 unterhalten.

Dr. Heiko Herold erzählte uns, wie in den kommenden Jahren diese Kooperation ausgebaut werden könnte. Die US State Department setzt sich immer gern dafür ein, dass auch bei künftigen Tagungen in Cuxhaven eine transatlantische Perspektive angeboten wird. Zu einer solchen Zusammenarbeit sagen wir natürlich: "Leinen los!"

Wir haben uns auf die Begegnung sehr gefreut und wir blicken zuversichtlich nach vorn.

Cuxhavener Nachrichten (20. February 2015): "Maritime Konferenz zu Rechtsfragen der Seeschifffahrt" // Maritime Conference on Legal Questions in the Shipping Industry

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