Aufregung und Fortschritt in Cuxhaven: Vertreter der Industrie- und Handelskammer besprechen Flüchtlinge, Ausbildung und Integration

Aufregung und Fortschritt in Cuxhaven: Vertreter der Industrie- und Handelskammer besprechen Flüchtlinge, Ausbildung und Integration

Mit dem neuen Bau der Havenhostel in Cuxhaven hat die Stadt einen hervorragenden Veranstaltungsort gewonnen - das wurde erneut am 14. September 2015 unter Beweis gestellt, als zahlreiche Vertreter der Industrie- und Handelskammer Stade sich dort versammelten.

Thema des Abends waren die Flüchtlinge, die in den letzten Tagen nach Deutschland gekommen sind und nun u.a. in der alten Bundeswehrkaserne in Altenwalde untergebracht werden sollen. Erforderlich sind aber noch Ausbesserungen der Bausubstanz.

Quelle: Cuxhavener Nachrichten

Quelle: Cuxhavener Nachrichten

Herr Thomas Windgassen, Leiter der Geschäftsregion Cuxhaven für EWE AG, äußerte sein Erstaunen über die rapide Verschlechterung der Kaserne. Wie es dazu gekommen ist und welche Kosten im Rahmen einer Wiederinstandsetzung anfallen wird noch zu klären sein.

In jedem Fall könnten in der Kaserne viele Flüchtlinge überwintern, was bei der gegenwärtigen und angespannten Wohnungslage durchaus begrüßenswert wäre. Doch der Winter steht vor der Tür - können in diesem verkürzten Zeitrahmen die notwendigen Arbeiten durchgeführt werden?

Herr Lutz Machulez-Hellberg, Geschäftsführer der Machulez Unternehmensgruppe hat die Flüchtlingskrise als Wendepunkt begriffen. Man könne daraus einen Gewinn machen aber auch - bei der falschen Handhabung - einen Schaden anrichten. Auf jeden Fall würde Deutschland in den kommenden Dekaden viele Arbeitskräfte - mehrere Millionen sogar - benötigen. Der Bedarf werde im Moment nicht durch die hiesige Bevölkerung demographisch befriedigt.

Festredner des Abends: Dipl.-Ing. Lutz Machulez-Hellberg

Festredner des Abends: Dipl.-Ing. Lutz Machulez-Hellberg

Im Ergebnis käme es also darauf an, Angebot und Nachfrage zu verbinden.

Wir meinen: In diesem Zusammenhang wäre eine allgemeine Lockerung der deutschen Einwanderungspolitik anzustreben. Die Welt stellt fest, dass Deutschland das "dümmste Einwanderungsgesetz überhaupt" hat. Dazu kommt, dass aus unserer Erfahrung deutsche Behörden dieses Gesetz in vielen Fällen falsch (d.h. rechtswidrig) anwenden, sodass nicht mal die wenigen Möglichkeiten, die vorhanden sind, ausgeschöpft werden. Selbst gut integrierte Ausländer mit guter Bildung werden aus unvernünftigen Gründen abgeschoben oder - wie zuletzt bei der Stadt Cuxhaven in dem Fall eines New Yorkers - es wird die Einwanderung übermäßig erschwert und das Völkerrecht (Deutsch-Amerikanischer Freundschaftsvertrag) verletzt, indem die Arbeitserlaubnis mit nebensächlichen Begründungen verweigert wird.

Wenn uns die Integration von 800,000 hinzugekommenen Menschen zeitnah gelingen soll, dann müssen wir flexibler sein und die Gesetze stets gerichtet auf Sinn und Zweck anwenden.

Wie Oberbürgermeister Dr. Ulrich Getsch betonte, wir dürfen uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen - auch wenn uns die Ansiedlung der Siemens AG gelungen ist. Die nächste (wohl größere) Herausforderung steht schon vor uns.

Schiffe an der Grimmershörnbucht - MSC neben einem kleinen Bulker

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Mit MS FLIPPER in den Nord-Ostsee-Kanal (Kiel Canal)

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